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Arte Toskana Impruneta Terracotta
Florentiner Erde
So wird der Ton genannt, der in der Umgebung der Stadt Impruneta sein geologisches Vorkommen hat. Dieser Ort in den Hügeln des Chianti ist weltweit bekannt für seine hochwertigen, frostfesten Terracotten. Seit Jahrhunderten werden hier aus diesem Ton Ziegel und Gefäße gebrannt. Das erste offizielle Dokument stammt aus dem Jahre 1308; es berichtet über eine Zusammenkunft von Ziegelbrennern und Töpfern aus Impruneta, zwecks Erneuerungihrer Zunftstatuten. Terracotta findet seit jeher Verwendung in der Baukunst und diente vor allem in der Renaissance vielen Künstlern als Material für optimale Formgebung. Michelangelo, Donnatella und Luca della Robbia schufen aus diesem Material unvergängliche Kunstwerke.
Die Herstellung handgefertigter Terracotten hat sich über die Jahrhunderte kaum verändert. Wer heute eine dieser Familienwerkstätten betritt, erlebt eine Reise in die Vergangenheit. Fingerdick liegt der Tonstaub auf alten Gipsformen und Werkzeugen. Viele dieser Werkstätten entstanden Mitte des 15. Jahrhunderts, als die Renaissance einen enormen Aufschwung für die Terracottaherstellung bewirkte.
Mit Cosimo de Medicis Gartenanlagen in Florenz begann die große Nachfrage nach dekorativen Pflanzgefäßen. Mittelpunkt und Lieblingspflanze in diesen Gärten waren die Orangen- und Zitronenbäume. Diese frostempfindlichen Pflanzen wurden in Terracottakübel gepflanzt, um den Standortwechsel in die Orangerie, ihrem Winterquartier, zu ermöglichen. Zitrusbäume können gut im Kübel gehalten werden und so manches Prachtexemplar wird über hundert Jahre alt. Wegen des großen Wurzelraumbedarfs dieser Pflanzen war es keine Seltenheit, dass Terracottakübel mit mehr als einem Meter Durchmesser angefertigt wurden. Gebrannt natürlich mit Ton aus Impruneta, der als einziger die bei solchen Größen auftretende starke Spannung beim Brennen aushält. Wahrscheinlich verdanken wir es den überaus beliebten Zitrusbäumen, dass so große Kübel überhaupt hergestellt werden.

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