Bepflanzung & Pflege

Terracotta-Töpfe aus Impruneta beweisen ihre Besonderheit bei Pflanzen. Bei einem herkömmlichen, nicht frostfestem, Terracotta-Topf wird sehr schnell viel Wasser und Düngemittel verdunstet. Man kommt mit dem Gießen, vor allem im Sommer, kaum nach.

Ein dichtes Gefäß, z.B. Kunststoff oder glasierte Keramik, lässt aber keine Verdunstung und somit auch keine Verdunstungskälte zu. Der Topf und damit der Wurzelbereich werden durch die Sonne stark aufgeheizt, was der Pflanze schadet.

Ein Impruneta-Topf hingegen hält das Wasser gut und speichert es in seiner dicken Wandung. Bei Bedarf wird es an die Pflanze abgegeben und der feuchte Ton sorgt für eine Verdunstungskälte, die die Wurzeln kühl hält, wie im Erdreich. Die massive Materialstärke eines handgefertigten Cottotopfs reguliert auch die Temperatur und schützt vor plötzlichen Kälteeinbrüchen, besser als z.B. dünnes Plastik oder Metall.

Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein Filtervlies und Blähton; beides bekommen Sie in guten Gartengeschäften. Das Filtervlies verhindert, dass Erdreich in die Drainage gespült wird und deshalb verschlammt. Diese kleine Maßnahme dankt Ihnen die Pflanze mit Sicherheit. Gehen Sie wie folgt vor:
  1. Legen Sie ein etwa handtellergroßes Stück Vlies oder einen Tonscherben auf das Abzugsloch im Topfboden.
  2. Darauf kommt eine Schicht Blähton, ca. 10 Prozent der Topfhöhe.
  3. Auf diese Schicht legen Sie ein Stück Vlies, das so groß ist, dass es bis knapp unter den Topfrand hochgezogen werden kann.
  4. Zum Schluss Kübelpflanzenerde einfüllen, bepflanzen und gut angießen.

Unter all den Materialien, aus denen man Pflanzgefäße herstellt, werden von Fachleuten nur drei, nämlich Steinzeug, Metall und Impruneta-Terracotta, als unbegrenzt haltbar bezeichnet. Aber nur die Terracotta ist zugleich auch atmungsaktiv, was ein wichtiges Kriterium ist. Ein Pflanzgefäß „lebt“ ständig im Wechsel von feucht und trocken, kalt und heiß. Hinzu kommen chemische Einflüsse aus der Umwelt, Salze und Kalk im Gießwasser und ausgewaschene Düngerlösungen.

Ein echter „Florentiner“ kommt damit gut zurecht und bedarf keinerlei Pflege. Die im Laufe der Jahre auftretende dezente Patina, oft verursacht durch überlau-fendes Gießwasser, verunstaltet das Gefäß nicht und ist meistens auch erwünscht. Ansonsten lassen sich die Töpfe gut mit Essigessenz abwaschen und haben auch keine Angst vor Wurzelbürsten.

Bei besonders starker Verschmutzung kann man die Terracotta auch für einige Tage in ein Regenwasserfass oder einen Gartenteich legen. Das weiche Wasser löst so den Schmutz an, der dann mit einer Bürste leicht entfernt werden kann. Frostfestes Terracotta ist sehr dicht und der Schmutz kann deshalb nicht tief eindringen.

In letzter Zeit werden Imprägnierungen und Wachse angeboten, die poröse Keramik verdichten sollen. Es muss jeder selbst entscheiden, ob er sich diese Mühe und Kosten antut, denn aus einem chemisch nachbehandelten Keramiktopf wird noch lange kein Impruneta-Cotto. Außerdem ist es unserer Ansicht nach problematisch, das bei Cottofliesen im Wohnbereich sinnvolle Imprägnieren und Wachsen, auf ein Pflanzgefäß, das ständigen Witterungseinflüssen ausgesetzt ist, zu übertragen. Auch raten wir von einem Anstreichen mit Öl oder ähnlichem ab, weil das Gefäß dann seine Offenporigkeit verliert und Wasser nicht mehr ungehindert von innen nach außen dringen kann. Salze und Kalk lagern sich gut sichtbar als Flecken unter der aufgetragenen Schicht ab. Eine Reinigung der Töpfe wäre dann erst nach dem Entfernen der „Beschichtung“ möglich.